APR 23 – 25 | KAR☮☺KE – Eine Installation von Thomas Baldischwyler

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In der BRD waren kopflose Reiter häufig Wiedergänger, die nach dem Glauben der Menschen für eine ganz bestimmte Sünde büßen mussten. Entweder waren sie Selbstmörder, deren Leichen vom Henker geköpft und an einem Kreuzweg oder einer anderen ungeweihten Stelle eingegraben wurden, oder Freibeuter, die in der Lage waren die 10 Meter zum Stall ohne Kopf zu meistern. Nach dem Motto: Wes Lied ich sing, des Brot ich ess.

Auch der 34jährige Informatiker Bernd O. setzt Karaoke gezielt ein: „Es kann schon sein, dass ich dann mal ein härteres Lied singe am Anfang, wenn ich ein bisschen schlecht drauf bin, einfach um erstmal den Frust raus zu lassen, dann geht’s mir wieder gut oder wenn’s mir schon gut geht, dann singe ich dann meistens ein bisschen weichere Lieder“.

„Law and order is a labour issue“ trällerte Tony Blair und schielte dabei auf die rechtsbeugenden Traditionen des Hamburger Innensenats. Schon im Anti-Atom der 50er Jahre klaubten hiesige SPD-Politiker konservatives Rüstzeug für den, zukünftige Richtungen bestimmenden, Parteitag in Bad Godesberg. Das sollte sich als vorbildlich für fast alle europäischen Volksparteien mit dem Namenszusatz „Sozial“ herausstellen.

Ist eine MP3 Aufnahme nicht besonders aufwändig, d. h. wenige Instrumente gleichzeitig gespielt mit sparsam eingesetzten Effekten, kann es einer Software durchaus gelingen eine gut klingende Midi-Datei aus einer MP3 zu erzeugen. „Natürlich ist das dann immer noch Volksverhetzung“, bemerkt Sänger Dirk Jora.

KAR☮☺KE

Eine Installation von Thomas Baldischwyler

Eröffnung:
Donnerstag, 23.04., 19 Uhr

Ausstellung:
Freitag & Samstag / 19 Uhr bis 21 Uhr

Adresse: Galerie Genscher

(Nach der dilettantischen Lesung am vergangenen Montag im Kunsthaus ist die Installation „KAR☮☺KE“ der zweite Teil von Baldischwylers unbetiteltem dreiteiligen Hamburg-Projekt, welches mit einer Ausstellung in der Galerie Conradi im Juni 2015 abgeschlossen wird.)

Mit freundlicher Unterstützung durch Lars Schrader, der Kulturbehörde Hamburg und Hanse Repair, in Kooperation mit “Planten un Blomen”.