02.08.–04.08.2019
Aline Schmidt “Pampelmuse”

Die Künstlerin ist über den Zeitraum der Ausstellung permanent anwesend, mit Ausnahme weniger Stunden Schlaf gen frühen Morgen.

Aline Schmidt zeigt in der Galerie Genscher ein Wochenende lang eine ephemere Arbeit die über den Zeitraum von 52 Stunden kontinuierlich entsteht. In direkt auf die Wand aufgetragenen Zeichnungen lässt die Künstlerin Räume, Figuren und Gegenstände, Gedanken, Ideen und Notizen – rhythmisch flimmernde, einem Film gleichende Bildwelten aufblitzen. Alle diese webt sie in feinen Linien zusammen. Ihre abstrakt-figurativen Formen, die sich aufeinander beziehen, miteinander verbunden sind oder ineinander verschmelzen, lesen sich wie ein zeitgenössisches Höhlenkino, dass an die Beginne der Kunstgeschichte erinnert. Die Handschrift der Künstlerin ist ein besonders visuelles Erlebnis mit einem faszinierend klarem, feinfühligen Strich.

„Betrete einen Raum der sich im Laufe der Zeit verändert, in diesem Fall zu einer Zeichnung die gerne betreten wird.
Die Linie wird zur Erinnerungsnotiz von Raum, Natur, Fehler und Entwicklung.“

Aline Annabelle Schmidt befindet sich im Master-Studium an der HfbK, studierte bis zum seinen Tode bei Hans-Joachim Lenger sowie zwischenzeitlich bei Thomas Demand. Den Bachelor absolvierte sie 2017 bei Robert Bramkamp. Im gleichen Jahr zeigte sie bei ihrer ersten Einzelausstellung im Oel-Früh Cabinet grossformatige Wandzeichnungen. Ihre Zeichnungen spiegeln eine besondere Intensität persönlichen Empfindens wieder.

Aline Annabelle Schmidt (*1987 lebt und arbeitet in Hamburg)

02.08.2019, 19 Uhr – 04.08.2019, 22 Uhr
Aline Schmidt “Pampelmuse”
Galerie Genscher
Marktstraße 138
20357 Hamburg

Mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur- und Medien Hamburg

02.06.2019
19:00 Uhr
Antifantasia – Ausflüsse und Zirkelschlüsse
eine szenische Lesung mit
Die Joscha Hendrix Ende

Antifantasia – Ausflüsse und Zirkelschlüsse
eine szenische Lesung mit Die Joscha Hendrix Ende

,Alles Kanten außer Antifantasia!‘ – so beschreibt sich die neueste Erfindung antifaschistischer Vorfeldarbeit und erhebt Unverfänglichkeit zum Motto. Neurodivers, transsexuell und reflexiv-autoerotisch liest und spielt die Künstler*in Die Joscha Hendrix Ende Texte aus dem streng materialistischen Paralleluniversum von Antifantasia.

Antifantasia sucht z.B. nach der Bedeutung von Arbeit mit Zeichen für antifaschistische Handlungsweisen. Sie sucht nach der Militanz des Gesprächs, der Bürokratie des Kampfes und der Verzweckung des Unerklärbaren und stellt die Frage: Wie können wir verfügbar machen, wofür wir nur Bilder und bislang keine Begriffe haben?

Die Joscha Hendrix Ende ist ein queerkommunistische Künstlerin aus dem Ruhrgebiet, die zur Zeit in Hamburg, Leipzig und Essen wohnt. Seit 2001 hat sie von HipHop über Kabarett über Straßentheater zu Performance und Noise-Musik alles mal angefasst. Die letzten 5 Jahre arbeitete sie zum Thema „NO ID – Anti Identitäre Aktion“ in der Absicht auch die verschwurbelsten Selbstinszenierungen dieser Nazi-Truppe auf ihren rassistischen Boden zu verweisen – mit Kunst und trockener Begriffsarbeit.
Die radikale Kritik gesellschaftlicher Institutionen, sozialer Zuschreibungen, denkfauler Spalterei und erfahrungsresistenter Schlaumeierei ist ihre lustvolle Dauerschleife, die sie, stets im Stegreif bei jeder Gelegenheit unter die Leute bringt. Sie ist Gründerin des „Denkodrom – Forum für Trans*vangarde“, macht Podcasts (Queercommunist fm) und schreibt so schnell, wie sie spricht.

https://www.jxen.de

https://facebook.com/Antifantasia-966261693570474

https://www.facebook.com/events/416330859161731/

Antifantasia – Ausflüsse und Zirkelschlüsse
eine szenische Lesung mit Die Joscha Hendrix Ende
02.06.2019, 19:00 Uhr

Galerie Genscher
Marktstraße 138
Karolinenviertel, Hamburg
https://galerie-genscher.com

Mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien der Freien- und Hansestadt Hamburg

04.05. – 01.06.2019
PABLO SCHLUMBERGER
Merry May

PABLO SCHLUMBERGER

Merry May

04.05.- 01.06.2019

ERÖFFNUNG: 03.05.2019 um 19 Uhr

Für seine raumgreifenden Installationen verwendet der 1990 geborene Künstler Pablo Schlumberger zumeist funktionale Gegenstände des alltäglichen Lebens, die er zu eigenständig erscheinenden Kreisläufen verbindet. Brotkisten, Häkeldeckchen, Rohre, Pumpen ebenso wie von dem Künstler getöpferte Krüge oder surrealistisch anmutende Löffel und Hausschuhe suggerieren in ihren neugewonnenen Konstellationen so vielfach eine Art Eigenleben und spezifischen Charakter. Regenrinnen, die in alten Schuhen statt in einer Regentonne enden, erwecken den Eindruck einer eigens initiierten Symbiose zur Verselbstständigung und changieren zwischen einem melancholischen wie gleichsam trotzigen Ausdruck.

Für seine Ausstellung in der Galerie Genscher hat Schlumberger seine Vorgehensweise insbesondere auf die Produktion von Reliefs konzentriert und gefundene oder selbstgefertigte Zeichnungen, Schnitzereien und Figuren mit Hilfe von Silikonabgüssen in Wachsbilder übertragen. Während in den vorherigen Ausstellungen Massenproduktion und serielle Fertigung von Alltagsgegenständen des 21. Jahrhunderts thematisiert wurden, kommen nun bereits seit dem Mittelalter maschinell produzierte Zinnfiguren in Form von Pilgerabzeichen oder industriell gefertigtes Kunsthandwerk als Vorlagen zum Einsatz. Populäre Motive wie etwa der „Arme Poet“ von Carl Spitzweg, die als Stickmuster oder Wandteller Einzug in Wohnstuben ganzer Generationen gefunden haben, stellen als Reproduktion der Reproduktion – ähnlich der Regenrinne mit Schuh – Fragen von Original und Kopie ad absurdum. Auch die Wachsbilder sind umgeben von einem System aus Pumpen, Schläuchen und Springbrunnen. Ihre Verbindungen und Funktionen bleiben jedoch unbelebt und werden nicht wie zuvor unter Decken und in Körpern verborgen, sodass ihr objekthafter Charakter (wieder) in der Vordergrund rückt. Aufgrund seiner Größe und intimen Atmosphäre dient vielmehr der Ausstellungsraum selbst als geschlossener Körper oder Bauch in dessen Innerem etwas offengelegt wird. In Analogie zu einer gewissen Wirtshausästhetik der ausgestellten Werke kann der Raum dabei auch als Bierbauch und Persiflage auf einen gegenwärtigen Trend sogenannter „Beerbellies“ verstanden werden. Beerbellies sind Bauchatrappen aus Silikon zum umschnallen, befüllen und heimlichen austrinken auf Partys und Konzerten; im Kontext der Ausstellung verweist Funktion und Attitüde von Beerbellies auf eine weitere Facette von Kitsch, Spießbürgertum, Überfluss und Exzess einer Gesellschaft, die sich in ihrer eigenen Komik und Absurdität teils kaum noch selbst zu erkennen vermag.

Rosa Windt

Öffnungszeiten: jeweils Samstag von 15 – 17 Uhr und nach Vereinbarung

Galerie Genscher
Marktstr. 138 / Hinterhof
20357 Hamburg
www.galerie-genscher.com

Mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg

08.03. – 20.04.2019
ALEXANDER WOLF NOUCHKA WOLF Zuhause ist es am schönsten!

ALEXANDER WOLF NOUCHKA WOLF

ALEXANDER WOLF
NOUCHKA WOLF

Zuhause ist es am schönsten!

08. März – 20. April 2019

Eröffnung: Freitag 08. März, 19 Uhr

Gleichwohl omnipräsent und überbordend der Wunsch danach kursiert – ist es zu Hause meist nicht am schönsten. Als geschiedenes Künstlerpaar können Alexander Wolf, geb. 1975 und Nouchka Wolf, geb. 1982 auf besonders eindringliche Weise Möglichkeiten und Grenzen partnerschaftlicher Beziehung und eine unisono Vorstellung von trauter Liebe, Harmonie, Heimat und einem Zuhause mit allgegenwärtigen, menschlichen und nicht auslöschbaren Aspekten von Aggression, Angst und gesellschaftspolitischen Zwängen unterwandern. In Anleihen historischer Fakten und aktuellem Zeitgeschehen entstehen Arbeiten, die mit der Wiederholung und Verdichtung von Ähnlichkeiten, mit fiktiven oder realen Geschehnissen spielen und dabei in Analogie zur Realität das untrügliche Gefühl verströmen, dass es keinen Unterschied macht, dass das Ungute, Unschöne, Verletzungen nicht abgeschafft werden können.

In ihren bis 2011 gemeinsam realisierten Arbeiten bediente sich das damalige Künstlerpaar zunächst überwiegend Medien von Performance und Video. In ihrer erneuten Zusammenkunft dominieren Zeichnungen, Fotografien und Objekte, die zunächst auf trügerische Weise einem gegenwärtig vorherrschenden „Geschmack des Selbstgebastelten“, Masking Tape, Polaroids und passepartourierten Zeichnungen gleichen, sich jedoch in Ambivalenzen, Verschnitten und alberner Moral einer Ästhetisierung kategorisch verweigern. 

Für die Ausstellung „Zu Hause ist es am schönsten!“ wollen Alexander Wolf und Nouchka Wolf Werte von Familie, Gemeinschaft und Tradition nicht der sogenannten „Neuen Rechten“ überlassen: Sie sind „mit Heinrich Heine und gegen Friedrich Ludwig Jahn (der g’schissene Turnvater)“. Während Heinrich Heine als einer der bedeutendsten deutschen Literaten mit kritischer und politisch engagierter Haltung gilt, begründete Friedrich Ludwig Jahn 1810 die sogenannte Turnbewegung, die durch sportliche Betätigung  der politischen und patriotischen Erziehung Deutschlands dienen sollte und auf deren Grundlage 1815 die bis in die Gegenwart nationalistisch geprägte Urburschenschaft gegründet wurde. Sowohl Heine als auch Jahn haben sich in ihren Schriften Tierbilder bedient. Jahn bezieht sich etwa hinsichtlich einer „allgemeinen [deutschen] Volkstracht“ auf Äsops Fabel „Die weiße Dohle“, die geplagt vom Neid über die domestizierten Tauben, ihr Gefieder glättete, weiß bemalte und sich zum bequemen Fressen unter sie mischte. Statt ihre neue gewonnen Privilegien jedoch still zu genießen, konnte die Dohle ihr Gekrächze nicht unterdrücken und wurde von den Tauben erkannt und vertrieben und musste fortan – auch von ihren eigenen Artgenossen verstoßen – ihre Nahrung ganz alleine finden. Eine weitere Fabel Äsops handelt von Zeus und der Schildkröte, als ein Sinnbild von Heimat und Gemeinschaft, das vielmehr der Eigenverantwortung und ihren Bedingungen unterliegt: Als Zeus heiratete lud er alle Tiere zu sich ein, allein die Schildkröte erreichte ihn mit großer Verspätung. Als Zeus sie nach dem Grund hierfür verhörte, antwortete sie: „Das eigene Haus ist das beste Haus“. Verärgert über ihre Zurückweisung erwirkte Zeus die Strafe, dass die Schildkröte ihr Haus auf ihren eigenen Rücken laden musste und nun stets mit sich herumtragen. Heine greift in seinen Schriften nicht auf Äsops Fabel zurück. Jedoch verwendet er das Bild der Schildkröte als Allegorie für einen Patriotismus fern ab jeder Ideologie und Moralisierung. In Anlehnung an die beiden Tierbilder und ihre Inbesitznahme zeigen zwei aktuelle Arbeiten von Alexander Wolf und Nouchka Wolf in schiefgeschnittenen Passepartouts comichafte Zeichnungen von Dohle und Schildkröte. Sie begleitende Moralsprüche „Ruhig, entspannt dagegen sein Macht zum Feste trautes Heim“ oder „Hüllt sich mit Stolz ein armes Eignes ein Ists, bald entblößt, ohje, nur mehr allein“ speisen ihre Ironie dabei aus einer vergangenen missbräuchlichen Aneignungen der Fabeln und jeweilig interessengeleiteten Moral. Eine solche Tradition kehren Alexander Wolf und Nouchka Wolf für ihre Zwecke um. Sie lassen die Dohlen nicht mitspielen und hören sich (wie es das Ausstellungsplakat andeutet) im patriotischen Panzer der Schildkröte – Zu Hause ist es am schönsten! – „mal den Schmarrn des Lützow’schen Freikorps an“. Der Lützowsche Freikorps war 1813 ein in der Ideologie von Friedrich Ludwig Jahn begründeter freiwilliger Zusammenschluss der preußischen Armee innerhalb der Befreiungskriege und entwickelte hohe Symbolkraft hinsichtlich der Anstrengung eines deutschen Nationalstaates. Und von seinen Uniformfarben leiten sich bis heute die deutschen Nationalfarben ab. Derartig beklemmende bis absurde Zusammenhänge werden im Werk von Alexander Wolf und Nouchka Wolf wieder und wieder und wieder offenbar und warum das so ist – warum die Gegenwart sich noch kaum von der Vergangenheit unterscheiden will: „Hier aber, auf der Wartburg, krächzte die Vergangenheit ihren obskuren Rabengesang […] [und es] herrschte jener beschränkte Teutomanismus, der viel von Liebe und Glaube greinte, dessen Liebe aber nichts anders war als Haß des Fremden und dessen Glaube nur in der Unvernunft bestand und der in seiner Unwissenheit nichts Besseres zu erfinden wußte, als Bücher zu verbrennen! Eben derjenige, welcher das Bücherverbrennen auf der Wartburg in Vorschlag brachte, war auch zugleich das unwissendste Geschöpf, das je auf Erden turnte und altdeutsche Lesarten herausgab: wahrhaftig, dieses Subjekt hätte auch Bröders lateinische Grammatik ins Feuer werfen sollen!“ (Heinrich Heine, Ludwig Börne. Eine Denkschrift, 1840)

Rosa Windt


Öffnungszeiten: jew. Samstag von 15 – 17 Uhr

Galerie GenscherMarktstr. 138 / Hinterhof
Hamburg / Karolinenviertel
U2 Messehallen | U3 Feldstraße | S21 Sternschanzewww.galerie-genscher.com

Mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg

20.01. – 03.03.19
A V E C
Sonderausstellung
@ Die Drostei

Galerie Genscher Sonderausstellung in der Drostei
Galerie Genscher Sonderausstellung vom 20.01. – 03.03.2019 in „Die Drostei“ Pinneberg 

Sandra Poppe, Cathrin Ulikowski, Pilar Cruz, SK*X-18, Veronika Gabel, Thomas Judisch, Malte Urbschat, Leyla Rodriguez, Nicolaas Schmidt, Michael Heering, Uwe Bermeitinger, Julia Schmitz, Niko Koelen, Sebastian Severin, Nele Gülck, Christian Kleffner, Tim Kaiser, Lucia Schmitz, Jens Kraßnig, Pitt Selma Sauerwein, Mark Matthes, Jil Lahr, Julien Mühlenpfordt, Frank Mirsem, Stephan Jäschke, Frau Kraushaar (Silvia Berger), Karsten Wiesel, Claudia Apel, Till van Daalen, Katharina Trudzinski, Christoph Wüstenhagen, Wolfgang  Dorninger, TinTin Patrone, Kenneth Dow, Vanessa Nica Mueller und girl.tv.

Galerie Genscher Sonderausstellung in der Drostei Pinnerberg im Rahmen der Ausstellung „Some Days Televison“ des Drosteipreisträgers 2017, Michael Heering

[…] Dies ist nun die Welt mit der wir leben müssen. Wir müssen damit klar kommen, dass das was wir zu sehen bekommen nicht unweigerlich das ist, was wir meinen, dass es ist. Wir müssen damit klar kommen, dass das was gezeigt wird von anderen angenommen wird, dass es das ist, was es vorgibt zu sein. Wir nehmen die Bilder und gestalten sie uns so, dass sie wieder zu dem Vogel werden, der unschuldig wie einst am Fenster vorbeiflog. Wir zeigen uns einander Bilder. Wir sind das Fernsehen. Wir sind das Internet. Wir sind die Gegenwartskunst, die uns umgibt, 24h live, an manchen Tagen.

Die Ausstellung der Galerie Genscher AVEC zeigt aktuelle Postionen befreundeter Künstlerinnen. Hier geht es nicht um einen roten Faden oder ein alles verbindendes Thema, oder darum ob die jeweiligen Arbeiten miteinander harmonisieren oder sich diese thematisch aufeinander beziehen.

Die Ausstellungsgestalt folgt letztlich dem Grundgedanken der künstlerischen Selbstbestimmung. Künstlerinnen und Werke folgen dem Chaos Prinzip. Malereien oder Mixed Media Werke befinden sich neben Filmen, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, Installationen oder Performances. Es geht ums Zeigen und Diskutieren eigener Realitätserfahrungen, die sich in den jeweiligen Kunstwerken manifestiert.

Angeschlossen an die Doppelschau ist ein Environment von girl.tv mit sechs wöchigem Happening.

Galerie Genscher Sonderausstellung
A V E C
20.01. – 03.03.2019

Eröffnung am 20.01.2019 um 11 Uhr

Die Drostei
Dingstätte 23
25421 Pinneberg


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