21.06.2018, 19:00 Uhr INTER_SECTIONS: MAPPING QUEER*FEMINIST ART PRACTICES

Joke Janssen (HFBK Hamburg):
SICH-HALTEN AUF DER LINIE. ORTE DER AUSDEHNUNG SCHREIBEN

 

Trans*, non-binary, mixed-race, genderqueer, multinational, bi oder anders „irgendwie dazwischen“. Viele unserer Lebensrealitäten sind auf dem Papier ein Übergangsstadium, können nur gefasst werden als Entweder-Oder oder Weder-Noch, sie sind ein Platz zwischen den Kästchen zum Ankreuzen oder sie sprengen die Auswahl. Wir müssten uns entscheiden: Ein Pass, ein Geschlecht, eine Zugehörigkeit bitte, wenn es geht.

Mein Vortrag ist ein Versuch, sich genau im Dazwischen zu positionieren und es damit zu einem eigenen Raum zu erklären. Ein Versuch, auf der Linie zu laufen, auf der Grenze zu balancieren. Es wird darum gehen, gemeinschaftlich den Blick zu wenden, den Raum zu verschieben und eine Vorstellung und Sprache und Zuhören zu finden, in der die Linie, die Binaritäten trennt, zu einem Ort wird, an dem sich ein Aufenthalt gut anfühlen könnte.

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Joke Janssen lebt und arbeitet in Hamburg und promoviert mit einer künstlerisch-wissenschaftlichen Dissertation zu Materialisierungen von trans*. In seinen Arbeiten zentriert si_er Zurichtungen der Körper und Subjekte und deren Verflechtungen mit ihrer jeweiligen Umgebung. Sein Aufenthaltsort sind die sich überlagernden Schnittstellen von Kunst, Wissen(schaft) und Aktivismus, wo er_ – gerne im Kleinkollektiv – nach Formen des gemeinsamen Handelns und widerständigen Scheiterns sucht. Joke identifies as a chaser of slowness.

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Inter_Sections: Mapping queer*feminist art practices ist eine fünfteilige Veranstaltungsreihe zu zeitgenössischen queer*feministischen Kunstpraktiken in der Galerie Genscher. Von April bis August 2018 laden wir jeweils einmal im Monat Theoretiker*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen ein, mit uns gemeinsam über künstlerische Praktiken zu sprechen, die Geschlecht und die damit verbundenen Zuschreibungen thematisieren, hinterfragen und/oder aufbrechen. Inter_Sections fungiert dabei als offener Diskussionsraum, der allen zugänglich ist und zu einer Vernetzung zwischen Künstler*innen, Theoretiker*innen, Aktivist*innen und Studierenden einlädt.

Weitere Termine (jeweils Do, 19:30, Galerie Genscher):

# 19.07. Wiebke Schwarzhans (HFBK Hamburg): Artifizielle Angriffsflächen

# 16.08. Eva Egermann (Crip Magazine, Wien): Für eine Crip Künstlerische Agency. Visueller Aktivismus, Crip Materialien und künstlerische Praxis