Kunsthasserstammtisch: Kunst und Verbrechen:

eine Lecture, ein Workshop, eine Übung von und mit katze und krieg und eine potenzielle Nacht auf der Straße.

Im August 2016 lebte das Kölner Künstlerduo katze und krieg gemeinsam mit dem Hamburger Künstlerduo we are visual zwei Wochen lang ohne Geld und kaum Besitz auf der Straße eines gut situierten Viertels von Köln. Ausgerüstet mit einem großen Vertrauen in die Welt erforschten die vier Künstler eine alternative Lebensgestaltung. Sie arbeiteten an nomadischen Strategien des Überlebens im urbanen Raum, an einem realen Kontakt mit der Stadt, an einem reichhaltigen Leben aus dem Müll einer Überflussgesellschaft und an einer Neuverhandlung von Raum durch die temporären Einnahme dessen. Privates wurde öffentlich, die Öffentlichkeit privat. Eigentum und Besitz wurden hinterfragt.

Am 30.11. erzählen katze und krieg im Rahmen des Kunsthasserstammtisches in Hamburg von ihren Grenzgängen, die sie während ihres Lebens auf der Straße vollzogen und den Graubereichen, die sie dort entdeckten – von der Schlafplatzsuche, über die Körperreinigung im öffentlichen Raum, bis hin zur Essensbeschaffung. Mit Hilfe der Ortskenntnisse der Anwesenden kann im Anschluss eine gemeinsame Nacht auf der Straße in Hamburg erlebt werden.

Ein Ausschnitt aus dem Straßentagebuch:
„Spät nachts sind wir gekommen, haben vorsichtig die Garagentür der Baustelle geöffnet und dann nur noch das Wichtigste flüsternd ausgetauscht. Jede einzelne Bewegung versuchten wir so leise wie möglich zu tun, stets etwas ängstlich, dass die Nachbarn der umliegenden Häuser uns bemerken könnten. Felix ging nachdem wir unsere Sachen abgelegt haben noch mal mit mir los und half mir Pappen zu finden, so dass es weicher wurde auf dem Brett, dass ich neben der Garage fand, als Untergrund für mein Nachtlager. Wir ließen die Garagentür einen Spalt breit offen damit wir ein wenig frische Luft bekamen, und trotzdem geschützt waren.
Morgens schob ich mich durch den Spalt auf den Hof. Dort fand ich einen Gulli in den ich pinkelte, denn die Restaurants in der Umgebung waren so früh noch nicht auf. Gleich um die Ecke gab es einen Kiosk. Ich fragte den iranischen Besitzer nach Wasser. Er füllte mir meine vier Flaschen ab, mit denen ich mich im Hof vor der Garage in der Sonne duschte. Zwei Flaschen zum Haare waschen, zwei für den Körper.“

katze und krieg
katze und krieg sind die beiden Performancekünstlerinnen – katharinajej und Julia Dick. Sie leben und arbeiten in Köln. Kennengelernt haben sie sich 2007 während ihres Studiums an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. In größter Entschleunigung gehen sie gemeinsam im wunderschönen Ballkleid bei Aldi einkaufen, rütteln laut schreiend an Laternen und Zäunen um das Animalische wiederzuerwecken, oder eröffnen mitten in der Fußgängerzone ein Geschäft, in dem sie Performances, die sämtliche Bedürfnisse erfüllen, verkaufen.

Sie intervenieren im deutschsprachigen und internationalen Raum unter anderem im Rahmen des: sommerblut Festival Köln (2015), Fremdgehen Drama Köln (2014), Lothringer13 Florida München (2014), Spajalica Kroatien (2014), Inverscity Oberhausen (2013), Trial and Error Tübingen (2013), Performa Südschweiz (2012), BMUKK Wien (2012), HMK Niederlanden (2012), Hart am Wind Göttingen (2012), Transeuropa Hildesheim (2012), Theaterszene Europa Köln (2011), Stromereien Zürich (2011), Jacuzzi Festival Wien WUK (2011), Streetcat in Bat Yam Israel (2011), Explosive Bremen Schlachthof (2011), casa do rio Brasilien (2011), Theaterformen Braunschweig (2010), International Performance Art ZooM Hildesheim (2008), Stadtmachtkunst Hannover (2008).

30.11.2017, 19h
Kunsthasserstammtisch: Kunst und Verbrechen.
eine Lecture, ein Workshop, eine Übung von und mit katze und krieg und eine potenzielle Nacht auf der Straße

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