26.11.2016
Eitle liebe idle sublime

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Weniger eine Krankheit als eine andere Art von Erkenntnis,
eine Gegenvernunft, die ihre eigene Sprache hat oder besser: ihr eigenes Schweigen. „I don‘t wanna fall in love, this world is
only gonna break your heart“

Ein ganzes Universum, in dem der Sex zum Apparat geworden ist. Es besteht aus Zerstückelungen und Überschneidungen, abgeschnittenen und transplantierten Brüsten, losgelösten Geschlechtsteilen, in denen sich die erotische Aggressivität der Gesellschaft des 20. und 21. Jahrhunderts offenbart und die Gewalttätigkeit einer Kultur vorgeführt wird, die einem Überangebot durch die Werbung inkl. der „social media“ ausgeliefert ist und keinen Weg mehr findet, die Einsamkeit zu durchbrechen, in der die Mitglieder eingesperrt sind.

Spätestens seit dem Mittelalter haben die abendländischen Gesellschaften das Geständnis unter die Hauptrituale eingereiht, von denen man sich die Produktion der Wahrheit verspricht.
Vom Geständnis als Garantie von Stand, Identität und Wert, die jemandem von einem anderen beigemessen werden, ist man zum Geständnis als Anerkennen bestimmter Handlungen und Gedanken als der eigenen übergegangen. Lange Zeit hat sich das Individuum durch seine Beziehung zu anderen und durch Bezeugung seiner Bindung an andere (Familie, Gefolgschaft, Schirmherrschaft) ausgewiesen; später hat man es durch den Diskurs ausgewiesen, den es über sich selbst halten konnte oder musste. Das Geständnis der Wahrheit hat sich ins Herz der Verfahren eingeschrieben, durch die die Macht die Individualisierung betreibt. Auf jeden Fall ist das Geständnis neben den Ritualen der Probe, neben der Bürgschaft durch die Autorität der Überlieferung, neben den Zeugenaussagen, aber auch neben den gelehrten Verfahren der Beobachtung und Beweisführung im Abendland zu einer der höchstbewerteten Techniken der Wahrheitsproduktion geworden. Die Wirkungen des Geständnisses sind breit gestreut: in der Justiz, in der Medizin, in der Pädagogik, in den Familien – wie in den Liebesbeziehungen, im Alltagsleben wie in den feierlichen Riten gesteht man seine Verbrechen, gesteht man seine Sünden, gesteht man seine Gedanken und Begehren, gesteht man seine Vergangenheit und seine Träume, gesteht man seine Kindheit, gesteht man seine Krankheiten und Leiden; mit größter Genauigkeit bemüht man sich zu sagen was am Schwersten ist; man gesteht in der Öffentlichkeit und im Privaten, seinen Eltern, seinen Erziehern, seinem Arzt und denen, die man liebt; man macht sich selbst mit Lust und Schmerz Geständnisse, die vor niemand anderem möglich wären – und daraus macht man dann Bücher (oder Bilder!). Man gesteht – oder man wird zum Geständnis gezwungen. Wenn das Geständnis nicht spontan oder von irgendeinem inneren Imperativ diktiert ist, wird es erpresst; man spürt es in der Seele auf oder entreißt es dem Körper. Seit dem Mittelalter begleitet die Folter wie ein Schatten das Geständnis und hilft ihm weiter, wenn es versagt: schwarze Zwillingsbrüder. Die waffenloseste Zärtlichkeit wie die blutigsten Mächte sind auf das Bekennen angewiesen. Im Abendland ist der Mensch ein Geständnistier geworden. (u.a. angelehnt an M. Foucault: Der Wille zum Wissen)

Wenn jeder anstatt einem neuen Fernsehgerät Frieden verlangen würde, dann würde es Frieden geben.

John Lennon

26.11.–7.12.2016
THE CLEAN EXCESS: FULMEN+SCHMIDT

Vernissage:     26.11.,19 Uhr
Konzert:         3.12. , 19 Uhr
Finissage:     7.12. , 19 Uhr

GALERIE GENSCHER
Marktstraße 138, Hamburg,
https://galerie-genscher.com,
geöffnet: mittwochs 18-20 Uhr
und nach Absprache 017638703098,

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturbehörde Hamburg

#eitle #liebe #idle #sublime

17.–19.11.2016
Weltraum | Stephan Jäschke

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W e l t r a u m
Stephan Jäschke

Eröffnung: Donnerstag, 17.11.2016 ab 20 Uhr
Künstlerführung: Samstag, 19.11.2016 um 17 Uhr

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2016 und treten in eine neue Phase der Menschheit ein. Die kommerzielle bemannte Raumfahrt wird uns in Kürze in den Orbit bringen. Jeder kann seinen eigenen Satelliten um die Erde schwirren lassen. Die Besiedelung des Mondes und des Planeten Mars rückt in greifbare Nähe. Von dort werden wir noch viel tiefer in den Kosmos vorstoßen. Wir werden schöner, gesünder und klüger sein als je zuvor. Unser Horizont erweitert sich, wird grenzenlos, schwerelos. Zeit und Raum beginnen sich zu krümmen, zu verdichten. Eine große und schöne Utopie ist wieder in unseren Köpfen. Wir verlassen den Planeten, lassen alles Leid und alle Sorgen zurück. Wir streifen unser T-Shirt über und zeichnen uns eine neue Welt. Eine neue Welt in einem neuen Raum. Alles wird gut sein.

Galerie Genscher
Marktstr. 138 /Hinterhof
Hamburg /Karolinenviertel

U2 Messehallen | U3 Feldstraße | S21 Sternschanze

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturbehörde Hamburg

12.–13.11.2016
Im Blitzlicht gerinnt die Milch

IM BLITZLICHT GERINNT DIE MILCH
Lutz Nikolaus Kratzer/Tomas Engel/Ricardo Cortez
zu Gast in der PILAR BAR
Samstag, 12.11.16 ab 20 Uhr
Sonntag, 13.11.16, 20 – 22 Uhr

 

Im Lichtblitz wiehert das Motiv grell auf.
Das Bewegte erstarrt und
wird sich seiner Selbst gewahr.
Die Nadel des Schmetterlingpräperators fixiert
das Tier im Vorbeiflug am Carport.
Ein Gesicht ist gerade dabei sich zu straffen und bündeln,
um sich im Höhepunkt frischforscher Sammlung
ablichten zu lassen. Ein verfrühter Blitz
lässt die Absicht vorteilhaft zu erscheinen,
zur Fratze gerinnen.

Galerie Genscher
Marktstr. 138 /Hinterhof
Hamburg /Karolinenviertel

U2 Messehallen | U3 Feldstraße | S21 Sternschanze

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturbehörde Hamburg

 

10.–12.11.2016
Rot Blau

Timur Alexander El Rafai – Malerie

 

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Seine im Zeitraum 2011 bis 2014 entstandenen Bilder der Serie Rot vs. Blau beschreibt El Rafai als „Objekthaftigkeiten gänzlich unideologischer Natur, die mit dem Reiz des Rätsels (bzw. Rätsel des Reizes) der Malerei spielen wollen. Die in der reduzierten Realität dieser spezifischen Situation als möglich-komplementäre Primärfarben agierenden Antagonisten Rot und Blau erzeugen eine optische Unschärferelation, die verschiedene Fragen aufwirft. Fragen, die gleichsam naturwissenschaftlicher, ästhetischer und philosophischer Art sind. Fragen, die den physiologischen Aufbau des menschlichen Auges genauso betreffen, wie die neuronale Signalverarbeitung der Impulse im visuellen Cortex bei der Aussprache des Wortes Rot während des Betrachtens eines blauen Gegenstandes.“

Timur Alexander El Rafai – Malerie
4.11. – 6.11. 2016 zu Gast in der PILAR BAR

Eröffnung: Freitag, 4.11.2016 ab 22 Uhr mit El Rafai
Öffnungszeiten:  5.11. – 6.11.2016 von 18 bis 22 Uhr

 

c/o Galerie Genscher
Marktstr. 138 /Hinterhof
Hamburg /Karolinenviertel

U2 Messehallen | U3 Feldstraße | S21 Sternschanze

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturbehörde Hamburg